Aktuelles

SARS-COV-2-BOOSTERIMPFUNGEN UND ASPLENIE/HYPOSPLENIE (22.11.2021)

Die Datenlage bezüglich Verlauf von SARS-CoV-2 Infektionen bei asplenen/hyposplenen Menschen hat sich nicht wesentlich verändert. Ebenso fehlen bislang Erfahrungen zur Langzeit-Effektivität der verfügbaren SARS-CoV-2-Impfstoffe bei Asplenie/Hyposplenie. In Anlehnung an die Evidenz bei anderen Formen der Immundefizienz/-suppression und unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Datenlage empfehlen wir sechs Monate nach der zweiten Impfung eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. Bei Patienten im Alter von <30 Jahren soll der Biontech/Pfizer-Impfstoff Comirnaty eingesetzt werden. Ab ≥30 Jahren kann hierfür der Biontech/Pfizer-Impfstoff Comirnaty oder der Moderna-Impfstoff Spikevax verwendet werden (bevorzugt der Impfstoff, der im Rahmen der Grundimmunisierung bereits eingesetzt wurde).

Patienten, die bisher nur eine Impfstoffdosis eines Vektor-basierten Impfstoffs (Vaxzevria der Firma AstraZeneca oder COVID-19 Vaccine Janssen) erhalten haben, sollen eine Auffrischimpfung mit einen mRNA-Impfstoff (im Alter <30 Jahre nur Comirnaty) erhalten. Diese Auffrischung soll früher als 6 Monate nach der ersten Impfung erfolgen (durchführbar ab >4 Wochen nach Gabe von Vaxzevria oder COVID-19 Vaccine Janssen).

UPDATE ZUR PRÄPPS-STUDIE (12.11.2021)

Die Rekrutierungsphase der PräPPS-Studie ist erfolgreich abgeschlossen worden. Insgesamt konnten 225 Patient*innen eingeschlossen werden. Mit der Veröffentlichung erster Ergebnisse wird Anfang 2022 gerechnet. Die Studie prüft die Effektivität telefonischer Schulungen zur Infektionsprävention bei Asplenie/Hyposplenie.

Update zu SARS-CoV-2-Impfungen und Asplenie/Hyposplenie (05.03.2021)

Nach Neubewertung der bisherigen Datenlage (insbesondere NHS-Register openSAFELY und umbrella-review des RKI) bezüglich der Risiken für einen schweren oder tödlichen Verlauf einer Coronavirus-Infektion rechtfertigt das Vorliegen einer Asplenie eine Einstufung in die RKI-Priorisierungsstufe 4 (und damit in die Gruppe 3 gemäß aktueller Coronavirus-Impfverordnung des Bundes vom 8.2.21). Eine darüber hinausgehende Höhereinstufung in der Impfpriorisierung durch ärztliches Attest ist in Abwesenheit relevanter Begleiterkrankungen nicht erforderlich (und auch nicht möglich). Nichtsdestotrotz ist eine Impfung gegen SARS-CoV-2 dringend zu empfehlen, sobald gemäß Priorisierungskategorie die Möglichkeit besteht, um das bei Asplenie mutmaßlich erhöhte Risiko einer nachfolgenden bakteriellen Lungenentzündung im Rahmen einer COVID-19-Erkrankung weiter zu reduzieren. Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe (incl. mRNA- und Vektor-basierter Impfstoffe) sind empfehlenswert und auch bei Asplenie sicher.

Neue Leitlinie und RKI Stellungnahme (10.08.2020)

  • Auf der Leitlinien-Plattform Onkopedia der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie wurde die neue Fassung der Leitlinie Asplenie und Hyposplenismus (früher: Prävention von Infektionen und Thrombosen nach Splenektomie oder funktioneller Asplenie) veröffentlicht. Die vollständige Leitlinie kann hier heruntergeladen werden.
  • Bezüglich der erforderlichen Impfungen bei Asplenie und Hyposplenie hat das RKI eine neue Stellungnahme herausgegeben. Diese finden sie hier und in komprimierter Form in der neuesten Version unseres Notfallausweises.

Update zu Asplenie/Hyposplenie und COVID-19 (10.08.2020)

Mittlerweile liegen Ergebnisse erster größerer Studien vor, die einen Zusammenhang zwischen Asplenie/Hyposplenie und COVID-19 Erkrankungen untersuchen. Hier ergeben sich weiterhin keine Hinweise, dass mit fehlender Milz bzw. eingeschränkter Milzfunktion ein erhöhtes Risiko für eine Coronavirus-Infektion einhergeht. Schwerere Verläufe und Todesfälle waren ebenfalls nicht signifikant häufiger. Die Impfempfehlungen bleiben unverändert bestehen. Auch das Vorgehen bei Erkrankungssymptomen sowie die ev. Einnahme eines Notfall-Antibiotikums bleiben unverändert (siehe auch unter Häufig gestellte Fragen zur Asplenie).

PräPPS Studie läuft und rekrutiert weiter (10.08.2020)

Die Innovationsfonds-geförderte PräPPS-Studie zur Prävention der Postsplenektomie-Sepsis bei Patienten mit Asplenie rekrutiert weiter. Bislang konnten insgesamt über 200 Patienten in die Studie eingeschlossen werden. Die Studie prüft aktuell die Effektivität telefonischer Schulungen zur Infektionsprävention bei Asplenie/Hyposplenie in einer prospektiven, kontrollierten Studie.

Stellungnahme zu Asplenie/Hyposplenie und Coronavirus-Infektionen (11.03.2020)

Im Zusammenhang mit dem Auftreten des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) gilt nach derzeitigem Wissensstand, dass mit fehlender Milz bzw. eingeschränkter Milzfunktion kein erhöhtes Risiko für eine Coronavirus-Infektion einhergeht. Darüber hinaus liegen bislang keine Berichte vor, dass es bei Asplenie/Hyposplenie zu schwereren Verläufen einer SARS-CoV-2-Infektion kommt. Die Impfempfehlungen bleiben unverändert bestehen. Auch das Vorgehen bei Erkrankungssymptomen sowie die ev. Einnahme eines Notfall-Antibiotikums bleiben unverändert (siehe auch unter Häufig gestellte Fragen zur Asplenie).

Start des Innovationsfonds-geförderten PräPPS-Projekts zur Prävention der Postsplenektomie-Sepsis bei Patienten mit Asplenie (01.07.2018)

Ziel dieses Projekts ist es, eine deutliche und nachhaltige Verbesserung der zur Vorbeugung schwerer Infektionen empfohlenen Maßnahmen bei Patienten mit fehlender Milz zu erreichen. Im Rahmen des dreijährigen Projekts werden Schulungen entwickelt (Phase 1), die telefonisch bei den Patienten und Ihren Hausärzten durchgeführt werden können. Die Effektivität dieser Schulungen wird dann in einer prospektiven, kontrollierten Studie (Phase 2) mit historischer Kontrollgruppe („usual care“) überprüft. Die Studie wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) gefördert und als Kooperationsprojekt der Abteilung Infektiologie und der Sektion Versorgungs- und Rehabilitationsforschung (SEVERA) des Universitätsklinikums Freiburg mit der AOK Baden-Württemberg durchgeführt.

5. Auflage des Notfallpasses Asplenie jetzt erhältlich (25.09.2018)

Die 5. Auflage des Notfallpasses Asplenie ist ab sofort über das Zentrum für Infektiologie des Uniklinikums Freiburg erhältlich.

Ergebnisse der Spleen-Off Studie veröffentlicht (23.12.2015)

Die Ergebnisse der Spleen Off Studie sind am 23.12.2015 bei Clinical Infectious Diseases online erschienen. In der Spleen Off Studie wurden PatientInnen mit schwerer Sepsis (Blutvergiftung) nach Splenektomie (OPSI, overwhelming postsplenectomy sepsis) auf 188 deutschen Intensivstationen in einer prospektiven Kohortenstudie untersucht. Die Studie unterstreicht die besondere Bedeutung von Pneumokokken als Sepsis-Erreger bei OPSI Patienten. Allein 42% aller OPSI-Fälle waren  durch Pneumokken verursacht und verliefen häufig unter dem Bild einer Purpura fulmians. Die meisten der StudienpatientInnen waren nicht gegen Pneumokokken geimpft. Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass die Impfprophylaxe nach Splenektomie in Deutschland verbessert werden sollte.

Impfempfehlungen aktualisiert (25.11.2015)

Die neuen Impfempfehlungen (der Ständigen Impfkommission (STIKO)) schließen nun auch den neuen Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe B (Bexsero®) ein. Die neuen Empfehlungen sind auch in die 4. Auflage des Aspleniepasses übernommen worden.

SPLEEN OFF schließt Rekrutierung (04.11.2013)

Am 31.10.2013 hat die Spleen Off Studie die Rekrutierung beendet. Seit dem Studienstart vor 24 Monaten ist es uns gelungen, 52 OPSI-Fälle und die gleiche Anzahl an Kontrollen zu rekrutieren. Spleen Off ist damit die weltweit erste erfolgreich abgeschlossene Studie, welche die Epidemiologie und Pathogenese der Sepsis nach Splenektomie untersucht hat. Wir sind nun sehr gespannt, was für Ergebnisse die Studie liefern wird. Über den Stand der statistischen Auswertung werden wir sie natürlich weiter informieren.

Das OPSI Syndrom (overwhelming postsplenectomy sepsis) ist eine seltene Erkrankung und unsere Studie konnte nur durch das große Engagement von fast 200 Studienzentren und den unermüdlichen Einsatz des Spleen Off Studienteams zum Erfolg geführt werden. Hier möchten wir uns bei allen Beteiligten herzlich bedanken!

Die SPLEEN OFF Studie schließt den 50. Fallpatienten ein (08.09.2013)

Das Studienteam von SPLEEN OFF bedankt sich bei unseren engagierten StudienärztInnen, die im August den 50 OPSI Patienten eingeschlossen haben.  Inzwischen konnte auch für jeden Fall eine gemachte Kontrolle rekrutiert werden. Die meisten PatientInnen wurden vom Klinikum Emden (Dr. Kogelmann), der Uniklinik Greifswald (Dr. Frieseke/Dr. Gründling) und der LMU München (Dr. Bogdanski) eingeschlossen. Vielen Dank für diesen Einsatz!

Neuer Artikel in der DMW zur Sepsisprävention nach Splenektomie (18.09.2013)

In dem Sonderheft zum 6. Internationalen Kongress Sepsis und Multiorgandysfunktion (s.u.) erscheint eine aktuelle Übersichtsarbeit zu präventiven Maßnahmen nach Splenektomie. Den Artikel können Sie für den persönlichen Gebrauch hier herunterladen.

SPLEEN OFF Studie beim 6. INTERNATIONALEN KONGRESS „SEPSIS AND MULTIORGAN DYSFUNCTION“ (18.09.2013)

Im September bietet sich eine Gelegenheit für einen persönlichen Erfahrungsaustausch für interessierte Intensivmediziner und StudienärztInnen der SPLEEN OFF Studie. Die Studie wird mit einem Vortrag und einem Poster auf dem Sepsis-Kongress 2013 in Weimar vom 04. – 06.09.2013 präsent sein ( „Spleen Off – an observational case-control study with nested cohort study on the epidemiology and pathogensis of severe sepsis/septic shock after splenectomy”).

  •  Kurzvortag Workshop 4 „SepsEast/GSS Experts Workshop on ARDS“ am Mittwoch, den 04.09.2011 zwischen 9:00-12:00 Uhr
  • Poster Session 5 am Freitag, den 06.09.2013 von 7:30-8:30 Uhr

Das Studienteam und ich freuen uns auf ein Kennenlernen in Weimar!